Virtuelle Server mit XEN Teil 1 Das Host System
Dienstag, 13. Februar 2007 20:19
Rootserver für den eigenen Gebrauch werden immer beliebter und auch immer preisgünstiger. In Zeiten immer größer werdender Bandbreite kann man darauf arbeiten, als würde der Server zu Hause unter dem Schreibtisch stehen. Einzig die “Notfallmechanismen”, wenn man etwas verkonfiguriert hat, oder “mal eben” eine Neuinstallation machen will, sind mitunter eine zeitaufwändige Sache. Wenn ich einmal ein lauffähiges System habe, überlege ich mir 2 mal, ob ich daran schraube, auf die Gefahr hin, es irgendwann wieder neu aufsetzen zu müssen, oder lieber nicht.
Diese Überlegungen haben mich dazu gebracht, mich mit Virtualisierungslösungen auseinanderzusetzen. Da auf meinem Rootserver keine grafische Oberfläche läuft, waren Tools wie VMWare dazu nicht geeignet, noch dazu, weil es Geld kostet.
So bin ich recht schnell auf XEN gestossen und habe meine ersten Gehversuche damit gemacht. Mit der Lösung es selbst zu kompilieren war ich nicht sonderlich zufrieden, die unprivilegierten Domains sind nie sonderlich stabil gelaufen. (Zur Begriffsklärung seien die Projektseiten zu XEN empfohlen.). Man muß auch gar nicht zwangsläufig selbst kompilieren, weil es schon eine Reihe fertiger Binaries findet, die man recht schnell zum Laufen gebracht hat.
Wie das im Einzelnen geht sei hier erläutert:
Vorarbeiten:
Ich habe auf meinem Rootserver ein Debian basiertes Host / Gast System verwendet, wobei die Wahl der Distribution mehr oder weniger beliebig ist, Binaries gibt es mittlerweile für die meisten Distributionen.
- Wir schmeissen ein paar überflüssige Pakete runter und installieren erforderliche Pakete:
apt-get remove exim4 exim4-base lpr nfs-common portmap pidentd pcmcia-cs pppoe pppoeconf ppp pppconfig
apt-get install screen ssh debootstrap python python2.3-twisted iproute bridge-utils libcurl3-dev
- Download des Binaries:
cd /usr/src/
wget http://www.cl.cam.ac.uk/Research/SRG/netos/xen/downloads/
xen-2.0.7-install-x86_32.tgz
- XEN installieren:
tar xvzf xen-2.0.7-install-x86_32.tgz
cd xen-2.0-install
./install.sh
mv /lib/tls /lib/tls.disabled
- Startskripte mit den Runleveln verlinken:
update-rc.d xend defaults 20 21
update-rc.d xendomains defaults 21 20
Um dafür zu sorgen, dass der XE-Kernel auch gebootet wird sind einige Erweiterungen in der menu.lst von Grub erforderlich:
title Xen 2.0 / XenLinux 2.6.11 kernel /xen.gz dom0_mem=64000 module /vmlinuz-2.6.11-xen0 root=/dev/hda6 ro console=tty0
XEN funktioniert so, dass der harwareseitig zu Verfügung stehende Hauptspeicher unter den Domains aufgeteilt werden kann, in unserem Beispiel hat der Host (dom-o) 64 MB Speicher bekommen. Da er nichts weiter machen wird, als das NATing für die Gastsysteme zu übernehmen, sollte das ausreichen, das sei aber jedem selbst überlassen. Für unser Beispiel habe ich /dev/hda6 als Root Partition verwendet, hier muß natürlich eine Anpassung an die jeweilige Partitionierung erfolgen.
Nach einem Reboot des Rechners sollte der Xen Kernel zur Auswahl angeboten werden und sich starten lassen. Damit steht das Host System ![]()
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